„Also gut, dann probieren wir das mal aus. Wann können wir starten?“ sind Sätze die Affiliate Manager häufig von potenziellen Neukunden bzw. Advertisern hören. Zwar kann der Kanal im laufenden Betrieb hervorragend für schnelle und unkomplizierte Kampagnen-Tests genutzt werden, jedoch müssen beim Aufsetzten eines neuen Affiliate Partnerprogramms einige Schritte durchlaufen werden, die ein paar Wochen in Anspruch nehmen können. Doch keine Panik: Wer vorher sorgfältig plant wird mit einem reibungslosen Set-Up belohnt werden. 😊

In unserem Workshop werden die folgenden Schritte beim Aufsetzen eines Affiliate Partnerprogramms erklärt:

Schritt 1: Konzept erarbeiten
Schritt 2: Netzwerk anfragen
Schritt 3: Beim Netzwerk registrieren
Schritt 4: Vertrag abschließen
Schritt 5: Tracking aufsetzen und testen
Schritt 6: Programmbeschreibung & Einschränkungen formulieren
Schritt 7: Werbemittel anlegen & Aktionen planen
Schritt 8: Rechnungsstellung vorbereiten / Prepaiment aufladen
Schritt 9: Go Live
Schritt 10: Partnerprogramm bewerben

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Schritt 1: Konzept erarbeiten

 

1.1. Was sind meine Ziele & welche Strategien ergeben sich daraus?

Vor dem Start eines jeden Affiliate Partnerprogramms sollte sich der Werbetreibende / Advertiser darüber Gedanken machen, was er durch das Programm erreichen möchte.

Möchte ich durch das Programm meinen Abverkauf steigern, qualifizierte Kontaktanfragen generieren, meine Marke stärken, den Traffic zu meiner Website erhöhen, Apps Installationen erzielen, Newsletter Abonnenten gewinnen oder Downloads von Whitepapern oder Software generieren? Die Möglichkeiten der Zielsetzung sind vielfältig. Natürlich kann auch versucht werden über Affiliate Marketing mehrere Ziele zu erreichen.

Je nach Zielsetzung variiert die Strategie die du mit deinem Affiliate Partnerprogramm verfolgen und deshalb auch schon beim Setup beachten solltest.

Ist dein Haupt-Ziel der Abverkauf in deinem Online-Shop, solltest du dir zum Beispiel genau überlegen was dir ein Sale wert ist und wie viel du dementsprechend für einen Affiliate Sale zu zahlen bereit bist. Genügt dieser Betrag um die Affiliate Kosten zu begleichen?

Die Affiliate Kosten setzten sich meistens aus der Publisherprovision, der Netzwerkfee (siehe Punkt 1.2.) und evtl. den Agenturkosten (siehe Punkt 1.3.) zusammen. Idealerweise solltest du auch noch mit Werbekostenzuschüssen (WKZ) für besondere Platzierungen bei den Publishern rechnen.

Während dir die Netzwerkfee, die Agenturkosten und auch die WKZ vorgegeben werden, kannst du die Publisherprovisionen selbst definieren. Diese sollten idealerweise aber nicht unter den Affiliate Provisionen der Mitbewerber liegen um ein konkurrenzfähiges Partnerprogramm aufzubauen und für potenzielle Publisher attraktiv zu sein.

Zusätzliche Anreize können Publishern durch Provisions-Staffeln, Bonusauszahlungen, Lifetime-Vergütungen etc. geboten werden. Beginne also mit einer ausführlichen Konkurrenzanalyse, bevor du Publisherprovisionen für dein Partnerprogramm festlegst und deinen maximalen CPO / CPC / CPL kalkulierst. (Die Provisionen können je nach Zielsetzung natürlich nicht nur für jeden Sale, sondern auch für Clicks oder Leads ausgezahlt werden)

 

1.2. Über welches Affiliate Netzwerk möchte ich mein Programm umsetzen

Bist du zu dem Schluss gekommen, dass du deine Ziele durch ein Affiliate Partnerprogramm erreichen kannst? Dann solltest du dir als nächstes überlegen, mit welchem Affiliate Netzwerk du zusammenarbeiten möchtest.

Ein Affiliate Netzwerk ist nicht nur die Vermittler-Plattform zwischen dir als Advertiser und den Publishern, sondern stellt auch die nötige Technologie zur Verfügung und regelt die Provisionsauszahlungen. Es gibt öffentliche Netzwerke (Public Networks) in denen sich unterschiedlichste Advertiser und Publisher frei zugänglich anmelden und miteinander arbeiten können. Netzwerk-Mitarbeiter stehen als Support zur Verfügung und kümmern sich um die technologische Basis und die Provisionsauszahlungen / Buchhaltung. Alternativ gibt es private Netzwerke (Private Networks) die sich auf einen Advertiser beschränken und von diesem persönlich betreut werden. Die Private Networks basieren entweder auf einer selbst entwickelten Technologie oder verwenden eingekaufte Software.

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Ob man auf ein Public oder Private Network setzten sollte, ist eine Grundsatzentscheidung. Beides hat Vor- und Nachteile.

Public Network: Private Network (Inhouse Network):
Vorteile  
  • Hohe Reichweite, da Netzwerk bereits in der Affiliate-Branche bekannt ist
  • Großer, vielfältiger Publisherpool, da dort bereits viele Publisher unterschiedlicher Branchen mit unterschiedlichen Modellen angemeldet sind
  • Publisher können dein Programm im Netzwerk finden und deine Basisdaten einsehen
  • Publisher können sich selbstständig für dein Partnerprogramm bewerben
  • Provisonsauszahlung / Rechnungsstellung durch das Netzwerk
  • Kontinuierliche technische Weiterentwicklung
  • Support durch das Netzwerk
  • Kosteneinsparung, da keine Netzwerkfee bezahlt werden muss
  • Engerer Kontakt zu den Publishern, da Netzwerk selbstständig betreut wird
  • Möglicherweise weniger Fraud, da der Publisherpool in der Regel kleiner ist und eine persönlichere und engere Beziehung zu den Publishern besteht
Nachteile  
  • Netzwerkfee muss bezahlt werden
  • Anfangsschwierigkeiten, da Publisherpool erst aufgebaut werden muss (Akquise) und ein geringeres Publishervertrauen in ein „neues“ Netzwerk herrscht
  • Initialkosten für Programm-Entwicklung oder Software-as-a-Service
  • Höherer Aufwand durch Technik-, Buchhaltung- und Abrechnungs-Betreuung

Hier gilt es genau die Vor- und Nachteile für das eigene Partnerprogramm abzuwägen. Es lässt sich nicht pauschal beantworten, was die bessere Lösung ist. Auch Hybrid-Modelle mit einem Private Network für die Top-Publisher und einem Public Network für den Long Tail ist denkbar.

 

1.3. Wer soll mein Programm steuern

Egal ob du dich für ein Affiliate Partnerprogramm in einem öffentlichen oder privaten Netzwerk entschieden hast – Affiliate Marketing bedeutet eine Menge Arbeit.

Das Partnerprogramm sollte natürlich immer in einem gepflegten Zustand sein. Das heißt, du solltest immer aktuelle Werbemittel und Aktionen parat haben. Außerdem müssen regelmäßig Publisher akquiriert werden und aufgelaufene Provisionen müssen freigegeben werden. Und ganz wichtig: stelle sicher, dass die Technik immer einwandfrei funktioniert!

Nicht nur dafür ist es nötig, dass das Programm täglich betreut wird. Am wahrscheinlich wichtigsten ist eine aktive Kommunikation mit den Publishern. Egal ob als Support bei Publisher- und Netzwerkanfragen oder als Verhandlungspartner bei der Abstimmung von Aktionen und Platzierungen mit den Publishern, es ist notwendig, dass (mindestens) eine Arbeitskraft für dein Partnerprogramm zuständig ist und eine schnelle Bearbeitungszeit gegenüber den Publishern und dem Netzwerk garantiert werden kann.

Darum solltest du dir vor dem Start eines Affiliate Partnerprogramms überlegen wer das Programm zukünftig steuern soll. Kannst du oder ein Mitarbeiter das übernehmen? Falls nicht, kannst du die Programmbetreuung an eine Agentur auslagern, die dann Aufgaben wie die Folgenden für dich übernimmt:

 

  • Kommunikation mit den Publishern und dem Netzwerk (+ regelmäßige Newsletter-Erstellung)
  • Pflege des Partnerprogramms
  • Ausarbeitung und laufende Aktualisierung einer Aktionsplanung
  • Koordination von Sonderaktionen & -platzierungen
  • Analyse der laufenden Aktionen und Bereitstellung von Auswertungen
  • Produkt- und zielgruppenspezifische Publisher-Akquise innerhalb und außerhalb des Netzwerks
  • Umsetzung von gezielten Maßnahmen zur Publisher-Reaktivierung
  • Laufende Prüfung von Publisher-Bewerbungen
  • Freischaltung und Ablehnung von Publishern nach mit dir definierten Regeln
  • Versand von Publisher-Newslettern
  • Bearbeitung der Sales / Leads im Netzwerk und Storno-Abgleiche

Wenn du dich für die Agentur-Unterstützung deines Partnerprogramms entscheidest, dann melde dich sehr gerne bei uns. Wir übernehmen alle weiteren Schritte für dich und beraten dich auch hinsichtlich deiner Zielsetzung und dem Konzept.😊

 

1.4. Welche Rahmenbedingungen möchte ich meinem Programm geben

Um deine Ziele aus Schritt 1.1. in die Tat umzusetzen, solltest du dir vor dem Programmstart auch über die Rahmenbedingungen Gedanken machen. Vor allem geht es darum die Variablen für die Basis deines Programms zu definieren.

 

Provision

Für welche Ziel-Aktion (Click, Sale, Lead, …) möchtest du eine Provision ausschütten?
Falls du durch Affiliate Marketing Abverkauf erreichen möchtest – Welche Produkte oder Dienstleistungen werden von dir verprovisioniert? Gibt es Ausnahmen?

Möchtest du für alle Produkte oder Dienstleistungen die gleiche Provision auszahlen? Oder planst du unterschiedliche Provisionsraten? Für eine variierende Rate je nach Produkt wird ein Warenkorb-Tracking notwendig. Bedenke das bei Schritt 5 und teile es dem Netzwerk mit, damit dir der entsprechende Trackingcode bereitgestellt wird.

Möchtest du für unterschiedliche Publisher(gruppen) unterschiedliche Provisionen auszahlen? Dann empfiehlt es sich deine zukünftigen Publisher im Netzwerk in Kategorien einzuordnen. Das erleichtert dir zum einen ein ordentliches Account Management und sorgt zum anderen dafür, dass du je Kategorie eine eigene Provisionsrate einstellen kannst

TIPP: So eine Unterteilung in Publishermodelle ist auch bei einheitlicher Provisionsrate empfehlenswert. So können beispielsweise auch Nachrichten und Newsletter über das Netzwerk nur an eine bestimmte Gruppe von Publishern gesendet werden. Außerdem ist es für Analysen und Statistiken vorteilhaft.

Um dein Partnerprogramm möglichst attraktiv für potenzielle Publisher zu gestalten, empfiehlt es sich auch bei der Provisionsgestaltung möglichst viele Anreize zu schaffen. Ihr wisst schon, money makes friends … 😉
Du kannst beispielsweise eine Sales-Ralley definieren, bei der die Publisher eine Sach- oder Geldprämie bei einer bestimmten monatlichen Salesanzahl oder Umsatzhöhe erhalten. Genauso kannst du auch eine Provisionsstaffel einführen um die Höhe der Provisionsraten an bestimmte Zielsetzungen zu knüpfen. Auch zeitweise Provisionserhöhungen oder Publisherevents kommen immer gut an.

Auch eine Lifetime-Provision kann auf Publisher attraktiv wirken. Dieses Modell ist vor allem bei komplexen und teuren Produkten oder Dienstleistungen üblich und gestaltet sich meistens so, dass dem Publisher solange eine regelmäßige Provision ausgezahlt wird, wie der geworbene User dem Advertiser einen Mehrwert bringt (z.B. dort Kunde ist und Umsätze generiert), ähnlich wie eine Bestandsprovision. Die Provision ist also von der Rentabilität des Users abhängig. Möchtest du eine Lifetime-Provision auszahlen?

Publisher

Im Affiliate Marketing gibt es eine ganze Menge unterschiedlicher Publisher-Modelle. Du solltest dir vor dem Start bei einem Affiliate Netzwerk überlegen, mit welchen Modellen du zukünftig zusammenarbeiten möchtest. Je nachdem ob du Retargeting Publisher und Co. zulässt, kann es nämlich auch sein, dass sich das Pricing von Seiten der Netzwerke verändert. Bedenke aber, dass für Retargeting- und Programmatic-Publisher in Schritt 5 ein Post View Tracking notwendig wäre.

 

Schritt 2: Netzwerk anfragen

Wenn du dir dein Konzept überlegt hast und dich für ein öffentliches Affiliate Netzwerk entschieden hast, dann ist es an der Zeit bei dem Netzwerk deiner Wahl anzufragen. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, dass dein geplantes Partnerprogramm von jedem Netzwerk sofort angenommen und aufgesetzt wird. Auch für das Netzwerk entsteht mit jedem neuen Partnerprogramm ein Arbeitsaufwand, der sich lohnen muss.

Es kann sein, dass dich das Netzwerk nach näheren Informationen zu deinem Geschäftsmodell befragt um das Potenzial besser einschätzen zu können. Idealerweise legst du deiner ersten Anfrage schon ein paar zusätzliche Informationen bei, wie zum Beispiel:

  • Eine Kurzbeschreibung
  • Deine Zielgruppe
  • Vergleichbare Mitbewerber
  • Unique User pro Monat, den durchschnittlichen Warenkorbwert, die durchschnittliche Conversionrate und Stornoquote
  • Die geplante Publisher-Vergütung
  • Akzeptierte bzw. Ausgeschlossene Publisher-Modelle
  • Infos zur Mobile Optimierung / App

 

Schritt 3: Beim Netzwerk registrieren

Jackpot – das Netzwerk deiner Wahl hat sich deine Anfrage angeschaut und dir grünes Licht für ein Partnerprogramm gegeben?

Dann kannst du nun mit dem Netzwerk die Konditionen verhandeln, deine Vorstellungen und Rahmenbedingungen mitteilen und dir einen Account als Advertiser beim Netzwerk anlegen. Je nach Netzwerk funktioniert das etwas unterschiedlich. Entweder musst du eine Registierungsmaske ausfüllen, oder das Netzwerk übernimmt das für dich.

 

Schritt 4: Vertrag abschließen

Papierkram ist lästig? Leider geht es auch im Affiliate Marketing nicht ganz ohne Vertrag. Darum heißt es nun: Unterschrift bitte!

Tipp: Denke spätestens jetzt auch an den Datenschutz. Eventuell solltest du mit dem Netzwerk den Umgang mit personenbezogenen Daten (besonders beim Tracking) klären und/oder eine AVV / DVV abschließen.

Wenn der Vertrag unterschrieben wurde, solltest du bald auch die Zugangsdaten für deinen Partnerprogramm-Account bekommen.

 

Schritt 5 – 10  erklären wir dir im zweiten Teil des Affiliate Marketing Workshops.

Carola Busam

Caro ist unser absolutes Affiliate Ass und federführend bei der Betreuung all unserer Affiliate Kunden beteiligt. Randnotitz: Caro ist direkter Nachfahre von Sherlock Holmes – vor ihr bleibt nix verborgen! 🙋‍♀️🔥

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