Sind wir mal ehrlich, irgendwann im ersten oder zweiten Quartal 2018 haben viele Webseiten- und Shopbetreiber krampfhaft versucht ihre Shops in einen DSGVO konformen Zustand zu bringen. Das Erstellen von unterschiedlichsten Cookie-Bannern, meterlangen Auftragsdatenverarbeitungsverträge und komplizierten Opt-Out Möglichkeiten zog über Tage und Wochen ganze Firmen in seinen Bann. 

     

    Jetzt ist die neue DSGVO in Kraft getreten und nach dem Motto “Wird schon schief gehen”  können alle wieder ihrem geregelten Berufsalltag nachgehen. Ja, wirklich? 

     

    Die Praxis hat gezeigt, dass durch den Zeitdruck und den enormen Nervfaktor der neuen DSGVO viele Maßnahmen eher schlecht als recht umgesetzt wurden. Ein gutes Beispiel ist “AnonymizeIP”. 

     

    Die EU hat irgendwann einmal vor dem Mai 2018 festgelegt, dass auch die IP eines Nutzers als personenbezogen zu betrachten ist. Web-Analyse Tools wie Google Analytics speichern neben generischen Nutzungsdaten auch die IP Adresse von Webseitenbesuchern. OH, OH! 

     

    Aber alles kein Problem! Mit einer einfachen Codezeile, die dem Google Analytics Tracking Code hinzugefügt wird, kann die IP von Nutzern um drei Stellen gekürzt werden und ist damit nicht mehr personenbezogen.

    1_GTAG_mit_anonymizeIP

    Diese Anpassung haben auch viele Webseiten umgesetzt. Allerdings ist es etwas kniffelig zu prüfen, ob die Änderung technisch überhaupt richtig funktioniert. Lädst du deine Pixel über ein Containersystem (Google Tag Manager), kannst du im Quelltext deiner Seite nicht nachvollziehen, wie beispielsweise der Google Analytics Code geladen wird. 

     

    Deshalb wollen wir dir zeigen, wie du mit Hilfe der Entwicklerkonsole deines Browsers  schnell und einfach prüfen kannst, ob Google Analytics inklusive “AnonymizeIP” richtig funktioniert.

     

     

    AnonymizeIP mit Hilfe der Entwicklerkonsole prüfen

     

    Zugegeben, das klingt erstmal recht kompliziert, ist es aber gar nicht. Firefox und Chrome haben beide eine Oberfläche integriert, um Webseiten detailliert zu analysieren. Das sieht dann so aus:

    2_Chrome_Entwicklertools

    In dieser Umgebung kannst du alle möglichen technischen Aspekte deiner Webseite prüfen, unter anderem auch ob dein “AnonymizeIP”-Befehl richtig funktioniert. 

    Über folgendes Menü kannst du in Chrome die Entwicklertools öffnen:

    3_Chrome_Entwicklertools_öffnen

    Sobald du die Oberfläche geöffnet hast, wechsel zur Netzwerk-Ansicht und lade deine Seite erneut. Jetzt siehst du alle Prozesse die durchgeführt werden, während deine Webseite geladen wird.

    4_Webseite_Netzwerk_Prozesse

    Als nächstes müssen wir nur noch das Google Analytics Tag finden. Dafür tippst du in den kleinen Suchschlitz das Wort “Collect”. Einer der jetzt gefilterten Einträge sollte von Google Analytics sein.

    5_Google_Analytics_Collect

    Klickst du auf das Google Analytics Ergebnis, öffnet sich ein Fenster, welches dir detailierte Informationen über diese URL gibt. Scrollst du bis zum Punkt “Query String Parameters” siehst du alle Parameter, die mit dieser Anfrage verbunden sind.

    In der Liste gibt es einen Eintrag der “aip” lautet. “Aip” steht, wer hätte es gedacht, für AnonymizeIP.

    6_Google_Analytics_aip

    Steht hinter “aip” eine “1” bedeutet das, dass dein Pixel AnonymizeIP richtig auslöst. Steht hingegen eine “0” an dieser Stelle, hast du einen Fehler gemacht und der Befehl wird nicht richtig ausgeführt. 

     

    HINWEIS: Du kannst den “aip” Parameter auch bereits in der URL selbst herauslesen. Das ist jedoch immer etwas unübersichtlich.

    7_Google_Analytics_aip_url

      

     

    AnonymizeIP mit Hilfe des Google Tag Assistant prüfen

     

    Der Google Tag Assistant ist eine Erweiterung für den Chrome Browser, mit der du Google Tags auf ihre technische Funktionsfähigkeit prüfen kannst.

    Den Tag Assistant kannst du dir hier herunterladen: Google Tag Assistant

    Sobald du die Erweiterung installiert hast, erscheint sie oben rechts in deiner Browserleiste.

    8_Google_Tag_Assistant_Icon

    Damit der Google Tag Assistant die gewünschten Informationen liefert, musst du auf “ENABLE” klicken und im Anschluss deine Webseite neu laden.

    9_Google_Tag_Assistant_deaktiviert

    Ist das Laden der Webseite abgeschlossen, solltest du eine Liste mit allen verwendeten Google Tags sehen.

    10_Google_Tag_Assistant_Tags_geladen

    Suche den Eintrag für Google Analytics aus der Liste der geladenen Pixel und klicke darauf.

    11_Google_Analytics_Tag

    Im Anschluss klickst du auf den Punkt “Pageview Requests” und in der nächsten Ansicht auf den Menüpunkt “URL”. Danach wählst du das Listensymbol aus der Übersicht aus.

    12_Google_Analytics_Pagerequest_Ansicht

    Du solltest jetzt eine Tabelle mit allen abgefragten Parametern sehen. Suche den Punkt “aip”. Ist der Wert für “aip” gleich “1” ist der AnonymizeIP Parameter aktiv und alles funktioniert korrekt. Falls nicht, musst du dich nochmal mit deinem Pixel-Setup beschäftigen.

    13_Google_Tag_Assistant_AIP_Check

     

    Mit Hilfe dieses kleinen Tutorials kannst du schnell und recht unkompliziert prüfen, ob dein Google Analytics Tag DSGVO konform integriert wurde und danach ganz entspannt weiter arbeiten. Viel Erfolg beim Testen!

    ALEXANDER WINKLER
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