Eine der wohl größten Herausforderungen im Online-Marketing ist die Automatisierung einzelner Teilbereiche und Aufgaben. Ganz nach dem Motto und täglich grüßt das Murmeltier, fallen diverse Tätigkeiten immer und immer und IMMER wieder an.

Je nach persönlichem Charakter kann diese Redundanz einen sehr zermürbenden Effekt haben. Daher sucht der smarter Advertiser von heute kontinuierlich nach neuen Möglichkeiten, genau solche Prozesse immer stärker zu automatisieren.

Google Ads ist eine Paradedisziplin für den Bereich Marketing-Automation. Warum? Wir haben bisher noch keine andere Plattform kennenlernen dürfen, die in puncto Setup-Größe und Setup-Tiefe der Definition von Sisyphusarbeit näher gekommen ist.

Glücklicherweise bietet Google zahlreiche Möglichkeiten die Schaltung von AdWords Kampagnen zu automatisieren.

Wir wollen dir fünf Möglichkeiten zeigen, wie du nervige, sich immer wiederholende Tätigkeiten aus deinem Büroalltag entfernst.

 

1. Automatisiertes Bid-Management für effektivere CPC-Gebote

 

Die erste Möglichkeit, Google Ads zu automatisieren, sind Gebotsanpassungen. Gebotsstrategien kannst du an Stelle von manuellen CPCs einsetzen und dir jede Menge Arbeit sparen. Anstatt in regelmäßigen Abständen Gebote anzupassen, legst du fest welches Ziel deine Kampagne erreichen soll und ein Algorithmus übernimmt die Arbeit für dich. TADA!

Je nach Kampagnentyp gibt es unterschiedliche Bid-Types, die du verwenden kannst, um dein Kampagnen-Ziel zu erreichen:

Natürlich gibt es auch noch die Bid-Types, manueller CPC und manueller CPC mit automatisierter Gebotsanpassung. Diese beiden haben jedoch nicht wirklich was mit Automatisierung zu tun und werden daher auch nicht weiter thematisiert.

Davon abgesehen, kann zwischen zwei Typen der Gebots Automatisierung gesprochen werden. Die einen helfen dir deine Kampagnen Performance zu verbessern, die anderen steigern deinen Traffic und deine Sichtbarkeit.

 

Automatisierung für Kampagnen mit Traffic & Platzierungs-Zielen

 

Klicks maximieren (Search & Shopping):

Klicks maximieren hieß früher noch automatische Gebotseinstellung und maximiert, wie der Name es bereits verrät, deine Klicks. Der Bid-Type funktioniert recht simpel. Du gibst ein maximales CPC-Gebot an und Google versucht, im Rahmen deines Tagesbudget, den maximalen Traffic rauszuholen.

 

Ausrichtung auf Suchposition (Search)

Hierbei handelt es sich um eine so genannte Portfolio-Strategie. Das bedeutet, die festgelegte Gebotsstrategie kann für mehrere Kampagnen übergreifend verwendet werden. Die Funktion ist recht selbsterklärend. Du hast die Möglichkeit festzulegen ob deine Anzeigen “irgendwo auf der ersten Suchergebnisseite” oder “oben auf der ersten Suchergebnisseite” gelistet werden sollen. Google senkt und erhöht je nach Bedarf und Ziel die CPC-Gebote deiner Kampagne, um die durchschnittliche Position entsprechend zu erreichen.

 

Kompetitive Auktionsposition (Search)

Einen ähnlichen Ansatz wie die Ausrichtung auf Suchposition, verfolgt der Bid-Type kompetitive Auktionsposition. Der Unterschied besteht darin, dass du konkret angeben kannst wer deine Konkurrenten sind und wie häufig du über Ihnen gelistet werden willst. Zusätzlich definierst du noch ein Höchstgebot und wie Google mit Keywords umgehen soll, die einen niedrigen Qualitätsfaktor haben. Fertig ist die Laube.

 

Automatisierung für Kampagnen mit Performance-Ziel

 

Als Agentur mit Fokus auf Performance Marketing sind natürlich Bid-Types, die automatisiert auf ein Performance Ziel hinarbeiten, besonders spannend. Im Google Sprachjargon spricht man hierbei auch von Smart-Bidding. Zu dieser Untergruppe zählen Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversion maximieren und der auto-optimierte CPC. Letzteres ist jedoch nur eine Teilautomatisierung.

 

Ziel-CPA (tCPA) (Search)

Beim Ziel-CPA definierst du, wie viel Geld du pro Conversion bereit bist zu zahlen und Google übernimmt den Rest. Verfügt deine Kampagne bereits über Conversion-Daten, bekommst du von Google zusätzlich eine Ziel-CPA Empfehlung.

 

Ziel-ROAS (tROAS) (Search & Shopping)

ROAS bedeutet Return on Advertising Spend. Also der Return of Investment für dein Werbebudget. Du legst fest, wie viel Prozent deines eingesetzten Budgets du in Form von Umsatz zurückbekommen willst und Google optimiert los. Genau wie beim tCPA wird dir Google auf Basis deiner Kampagnendaten einen empfohlenen Wert vorschlagen.

Conversion maximieren (Search)

Der Name sagt bereits alles. Dieser Bid-Type versucht für das festgelegte Kampagnenbudget, die maximale Anzahl an Conversion zu generieren. Optional kannst du auch einen Ziel-CPA angeben, der nicht überschritten werden darf.

Beim Smart-Bidding gibt es eine wichtige Faustregel:

 

Umso mehr Daten du bereits hast, umso besser funktionieren die einzelnen Bid-Types.

 

Warum ist das so?

Googles Smart-Bidding basiert primär auf bereits akquirierten Conversion-Daten und individuellen Nutzersignalen. Mit Hilfe maschinellen Lernens werden diese beiden Informationsquellen kombiniert und lassen zielgerichtete Gebots-Automatisierungen zu.

Je umfangreiche die Datengrundlage, je leichter tut sich der Algorithmus bei der Zielerreichung. Google hat hierzu folgende Stufen angegeben:

 

Smart-Bidding Schwellenwerte für Ziel-CPA

 

Smart-Bidding Schwellenwerte für Ziel-ROAS

Wir empfehlen Smart-Bidding frühestens ab der gelben Stufe. Hast du hierfür genügend Conversion-Daten solltest du dich an einen ersten Test wagen.

 

2. Automatisierte Regeln in Google AdWords anlegen

 

Eine weitere Möglichkeit deinen Arbeitsalltag zu erleichtern ist das Anlegen von automatisierten Regeln.

Automatisierte Regeln sind ein bisschen der Hidden Champion von Google Ads. Jeder kennt sie, aber kaum jemand nutzt sie. Das mag vor allem daran liegen, dass die Erstellung etwas “fummelig” sein kann.

Nichtsdestotrotz lassen sich mit Regeln viele Dinge automatisieren:

  • Start / Stop von Anzeigen
  • Start / Stop von Google Ads Kampagnen
  • Pausieren von Keywords und Anzeigen mit geringer Leistung
  • Budget mit aufgebrauchtem Budget pausieren
  • Budget für Kampagnen mit guter Performance erhöhen.
  • Budget für Kampagnen mit schlechter Performance verringern.

Hier findest du weitere Beispiele, wie du automatisierte Regeln einsetzen kannst: Gängige Einsatzmöglichkeiten automatisierter Regeln

Wie das ganze funktioniert zeigen wir dir an einem kleinen Beispiel. Wir wollen eine Regel erstellen, die wöchentlich bei Kampagnen mit guter Leistung das Budget erhöht. Los geht’s:

 

Automatisierte Anpassung von Kampagnen Budgets auf Basis einer Performance KPI

 

Wähle eine Kampagne aus für die du eine Regel erstellen möchtest und gehe über die Option bearbeiten auf den Punkt “Automatisierte Regel erstellen”

Als Art der Regel wählen wir für unser Beispiel “Budget ändern”

In der folgenden Eingabemaske kannst du alle weiteren Elemente der Regel definieren und welche Kampagnen berücksichtigt werden sollen. In unserem Beispiel sieht das Ganze so aus:

Die Regel analysiert Sonntags um 13:00 Uhr die vorherigen 7 Tage. Sollte in diesem Zeitraum der ROI (Conv. Wert / Kosten) höher als 5,00 (entspricht 500%) sein und sind zusätzlich mehr als 10 Conversions eingelaufen, wird das Budget um 10% erhöht. Das Budget wird maximal bis zur festgelegten Obergrenze von 900€ erhöht.

Ob die Regel die gewünschte Funktion ausführt kannst du über den “Vorschau” Button abfragen.

Auf die gleiche Art und Weise erstellst du eine umgekehrte Regel, die Kampagnen Budgets bei schlechter Leistung entsprechend verringert.

Gar nicht so kompliziert, oder?

 

3. Automatisierung mit Google AdWords Scripts

 

Nutzt du Google Ads Skripte? Nicht! Dann bist du gefühlt einer von 99% anderen Google-Ads Advertisern. Zugegeben, die Optimierung und Automatisierung der Account Performance mit Hilfe von AdWords Skripten ist eine sehr technische Angelegenheit.

ABER, es gibt zahlreiche Möglichkeiten auf die Funktionalität von AdWords Skripten zurückzugreifen ohne eine einzige Zeile zu programmieren.

Eine gute Anlaufstelle ist Google selbst: Google Anwendungsbeispiele für Skripte

Folgende Anwendungsbeispiele helfen dir vor allem bei der Automatisierung:

 

  • Automatischer Placement-Ausschluss im GDN

Das Skript analysiert deine Video-Kampagnen auf Basis der View-Through-Rate und schließt Placements, die einen festgelegten Mindestwert nicht erreichen, automatisch aus. Wie das funktioniert kannst du hier nachlesen: Automatic Placement Exclusion

 

  • Automatisierte Anpassung von Negative Keywords mit Hilfe von Google Sheets

Das Skript identifiziert auszuschließende Keywords aus einem Google Spreadsheet und schließt diese automatisch im AdWords Konto aus. Der Clou: Änderungen im Spreadsheet werden automatisch im Account übernommen. So kannst du das Ganze in deinem Account umsetzen: Master Negative List

 

  • Prüfe ob du ungewollt 404er Seiten mit deinen Anzeigen bewirbst

Google Ads kann sehr kostspielig sein. Umso ärgerlicher ist es, wenn man unnötig Geld verbrennt, da man ungewollt nicht mehr vorhandene Seiten bewirbt. Mit dem Link-Checker Skript kannst du deinen Ad Account prüfen und betroffene Anzeigen pausieren: Der Linkprüfer

 

Auch wenn Skripte am Anfang etwas schwer greifbar erscheinen, sind sie die Mühe definitiv wert. Umso größer dein Account, umso größer die Zeitersparnis.

 

4. AdWords Anzeigen automatisch erstellen.

 

Ein richtiger Zeitfresser ist die Erstellung von individuellen Anzeigen. Vor allem produktspezifische Anzeigen können je nach Größe des Produktportfolios viel Zeit in Anspruch nehmen.

Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten diesen Schritt für diverse Kampagnentypen zu automatisieren:

  • Automatisierte Anzeigenerstellung mit Dynamischen Suchanzeigen (DSA)
  • Responsive Display Ads mit Hilfe eines Datenfeeds erstellen.

 

Dynamische Suchanzeigen filtern deine Webseiten und spielen Anzeigen passend zu Inhalt und Suchbegriff aus. Eine DSA-Kampagne kannst du wie eine normale Search Kampagne aufsetzen. Dafür musst du lediglich die entsprechende Option im Setup auswählen.

Im folgenden Schritt definierst du welche deiner Webseiten für eine dynamische Ausspielung berücksichtigt werden sollen.

Zuletzt definierst du noch zwei Textzeilen für deine dynamischen Suchanzeigen:

Fertig ist deine vollautomatische, dynamische Suchkampagne. Das Ganze lässt sich übrigens auch mit Remarketing-Listen kombinieren, um dynamische Remarketing Kampagnen in der Google Suche zu erstellen.

 

5. So kannst du dein Reporting automatisieren

 

Ah, wer liebt es nicht? Jede Woche, jeden Monat, jedes Quartal schön eine neue Excel Tabelle mit immer denselben Zahlen erstellen und ab damit zu Chef, Kunde oder Abteilungsleiter.

Doch das hat jetzt ein Ende. Mit Hilfe des Google Data-Studios kannst du schnell vollautomatisierte Reporting-Dashboard erstellen. Das Ganze funktioniert im Prinzip wie Powerpoint. Du musst lediglich deinen Google Ad Account verknüpfen und schon kannst du dir unterschiedliche Diagramme, Tabellen und KPIs zusammenbasteln.

Wenn gewünscht, kannst du auch noch weitere Datenquellen wie Google Analytics hinzufügen. Über Drittanbieter lassen sich fast alle weiteren Advertising-Plattformen an das Data-Studio anschließen.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: auch den regelmäßigen Versand des Reportings kannst du automatisieren = Nie wieder Reporting-Mails 🙌

SO, das waren unsere fünf Möglichkeiten Google Ads zu automatisieren. Auch wenn du nicht alle nutzt, kannst du dir hier jede Menge Arbeit ersparen.  

 
Welche Automatisierungs-Methoden benutzt du noch?

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