Dass einen die Vergangenheit einholen kann und die Zukunft trotzdem wichtig ist, hat sich im März gezeigt. Warum große Unternehmen wie Facebook in der Kritik stehen, und was sonst noch alles im vergangenen Monat los war haben wir für euch zusammengefasst.

Die Rockstars in Hamburg

Jedes Jahr wieder eine Freude: Online Marketing Rockstars lud im März wieder zum OMR Festival nach Hamburg ein. Ungefähr 40.000 Teilnehmer und über 300 Speaker tauschten sich über Aktuelles aus der digitalen Marketing Szene aus. Unter den vielen hochkarätigen Speakern reihte sich auch der Veranstalter des Festivals selbst ein. Phillipp Westermeyer stellte verschiedene Strategien vor, die Unternehmen helfen sollen, auch zukünftig in der digitalen Welt zu bestehen.

Diese fünf Strategien geben in gewissermaßen die Richtung vor, in die sich das gesamte Netz entwickeln wird, und kombinieren Trends mit intelligentem Vorgehen. Sie sollen helfen ein Unternehmen oder eine Brand sicher und langlebig zu positionieren. Ein Beispiel: Auf die externe Kommunikation achten. Digitales PR ist genauso wichtig ist wie das Klassische. Große Teile der Kommunikation spielen sich hauptsächlich Online ab. Doch nicht nur die Online-Präsenz selbst reicht aus. Der Ton macht die Musik: Neben Authentizität ist vor allem auch der kontinuierliche, und mehrwertige Inhalt ein maßgeblicher Faktor für Erfolg.

Alles zusammen wirken die Strategien jung und modern, und bringen einen frischen Wind in die Online-Welt. Vor allem zählt eins: Sei laut!

Das Ende eines Booms

Das viele Trends aber auch schnell ein Ende finden können, sieht man nun bei Kryptowährungen. Nun reiht sich neben Google, Facebook und Instagram auch Twitter ein, und verbietet sämtliche Werbung für die digitale Währung. Nach dem Hoch von Bitcoin und Co. an der Börse zum Ende vergangenes Jahr traten viele Gleichgesinnte auf, die ein Stück von dem Erfolg wollten. Kein Wunder also, dass Werbung dieser Währung vermehrt auftauchte.

Da es sich aber in vielen Fällen um nicht sichere Anbieter handelte, entschlossen die Online Big Player sich davon zu distanzieren. Im Januar machte Facebook den Anfang und Google zog vor wenigen Wochen nach. Ab Juni 2018 sind somit sämtlich Werbeanzeigen nicht mehr bei der Suchmaschine vorzufinden.

Die Marketing-Zeitschrift Ad Age berichtet nun, dass auch Twitter sich gegen Werbung für Kryptowährung entscheidet. Einzige Ausnahme sind Anzeigen von börsennotierten Unternehmen. Schon jetzt zeigt die Verbannung Wirkung: Im März sank die Börsenkurve für Bitcoin um 23,25%.

Viel Aufregung und viel Missverständnis

Der Missbrauch von bis zu 50 Millionen Datensätze durch ein Datenleck – mit diesem Vorwurf muss sich Facebook seit vergangenem Monat auseinandersetzten. Ein Skandal, der für viel Aufregung und Sorgen unter den Usern sorgt. Aber Vorsicht: Es existiert auch viel heiße Luft.

Für Alle die es noch nicht mitbekommen haben: Facebook teilte mit der Datenanalysefirma Cambridge Analytica 50 Millionen Datensätze, welche für den Wahlkampf in der USA für Donald Trump genutzt wurden. Soweit die Headlines. Jedoch fangen auch hier die Missverständnisse an, denn es handelt sich nicht um ein Datenleck.

Die Daten wurden von einem App-Hersteller gesammelt.  Der Neurowissenschaftler Aleksandr Kogan erstellte im Jahr 2013 für eine Forschung auf Facebook die App „thisisyourdigitallife“, die einen Psychotest beinhaltet. 270.000 User haben diese genutzt, und wissentlich zugestimmt, dass die App ihre Daten auslesen darf. Jedoch hat die App nicht nur die der User ausgelesen, die Daten der Freunde der 270.000 Profile wurden ebenfalls genutzt. Das ergibt schlussendlich dann den Datensatz der 50 Millionen User. Diese übergreifende Nutzung war App-Entwicklern erlaubt, und wurde erst 2015 von dem sozialen Netzwerk unterbunden.

Cambridge Analytica gelang dann an diese Daten, nachdem Aleksandr Kogan diese verkauft hatte. Ohne jegliche Zustimmung von Facebook. Diese Art von Datenverkauf ist nach wie vor verboten. Jedoch wird die Plattform für die jahrelang mangelnde Kontrolle der App-Entwickler zurecht kritisiert.

Direkte Reaktionen auf den Skandal gab es von Facebook bis jetzt noch nicht. Die Änderungen des Privatsphäre-Tools wurden zwar zur rechten Zeit veröffentlicht, waren aber schon Monate vorher geplant. Auch die Ankündigung, dass User demnächst ihre Daten herunterladen können, ist keine Reaktion auf den Skandal, sondern auf die kommende Datenschutz-Grundverordnung Ende Mai.

Facebook ist nicht perfekt, und Vieles ist verbesserungswürdig. Hauptaugenmerke sind dabei vor allem die fehlende Transparenz, die mangelnde Kommunikation zu den Usern, und das fehlende Bewusstsein der Verantwortung.

Wichtig bei der Thematik ist es jedoch, Aussagen auf ihre Richtigkeit zu prüfen und nicht jeder reißerischen Headline zu glauben.

Nach Wind und Kälte nun endlich der Frühling

Im März war nicht nur das Wetter sehr abwechslungsreich. Gut, dass sich nun endlich der Frühling am Horizont zeigt und viel gute Laune mitbringt. Ob diese jedoch bleiben darf, oder ob der nächste Skandal den Himmel wieder verdunkelt, wird sich zeigen. Wir sind sicher: Langweilig wird es nie in der Online Welt.